• Hasret Mutlu

Bericht: Mein aller erster Marathon

Aktualisiert: Jan 17

Es ist der 7. April 2019. Ich stehe morgens sehr früh auf, voller Aufregung und Freude auf meinen ersten Marathon. Ich habe lange trainiert und bin in den letzten Monaten sehr viele Kilometer gelaufen. Aber bin ich genug gelaufen bzw. habe ich genug trainiert? Egal jetzt heißt es: "Einfach machen! Und dann schauen wir mal. Das wird schon!"

Bevor ich weiter berichte wie der Marathon verlaufen ist, möchte ich kurz zurückspulen.


So fing alles an


Im Jahr 2018 laufe ich meinen ersten Halbmarathon in Bonn. Dort hat alles angenfangen. Was als erstes nur zum "fit werden" gedacht war, entwickelte sich bei mir schnell zu einer Leidenschaft. Einfach mit der eigenen Kraft diese Distanzen zurück zu legen und dabei neue Orte zu entdecken und noch viel wichtiger sich selbst besser kennenzulernen, war einfach nur toll.


Halbmarathon 2018 FINISH

So hatte ich mich dann Ende 2018 entschieden den nächsten Schritt zu machen und den Marathon in Bonn zu laufen.


Hatte ich einen Plan?


Ich habe nach keinem Trainingsplan trainiert. Weder aus dem Internet oder aus sonst einem Buch. Ich hatte mir selber ein paar Ziele gesetzt und einige Vorbereitungsläufe eingeplant. Zudem nahm ich mir vor 3x wöchentlich laufen zu gehen. Davon sollte eine Einheit ein langer Dauerlauf sein.


Da ich auch Basketball in einer Mannschaft spiele und zu der Zeit die Saison lief, musste ich das Laufen, Basketballtraining, Fitnesstraining (Kraft), Studium und Alltagstrott unter einen Hut bringen.


Was mir extrem geholfen hat: Ich habe zu Beginn jeder neuen Woche meine Woche geplant. Das heißt nicht im Detail, sondern ich habe immer erst geschaut an welchen Tagen ich trainieren kann und sei es nur eine Stunde zu laufen. So konnte ich erstmal den Sport einplanen und dann alles andere drum herum einplanen! Denn es war mir wichtig erstens den Ausgleich zu haben und zweitens wollte ich mich fit für den Marathon machen. :D


Wenn mal eine Einheit ausfiel war das nicht so wild! Denn der Sport sollte mich nicht stressen, sondern es dient dazu meine Gesundheit und Fitness zu steigern und mir den Ausgleich zu ermöglichen! Aber ich habe mein Bestens gegeben diszipliniert zu bleiben und mein Training durchzuziehen! Denn unnötige Ausreden findet man viele, warum man kein Sport machen kann: "Es ist zu kalt", "Es regnet" oder "Ich habe keine Lust, mache ich morgen". Ausnahmen sind natürlich ganz klar, wenn man krank oder verletzt ist!!! Man sollte sich vor allem dann genug Zeit nehmen, um wieder zu regenerieren.


Aber ich habe auch darauf geachtet nicht übermässig viel zu trainieren! Denn zu viel Training ist auch nicht sonderlich gut! Da gibt es diesen Begriff "Übertrainiert". Echt komisches Wort aber das soll heißen, dass man sich auch nach einem Lauf oder allgemein nach einer Trainingseinheit auch mal eine verdiente Pause gönnen soll! Sonst holt sich der Körper irgendwann die ersehnte Pause durch eine Erkältung oder Verletzung und das will man natürlich möglichst vermeiden. :)


Es ist aber auch nicht verkehrt nach einem konkreten Trainingsplan zu trainieren! In der Bibliothek oder Buchhandlung gibt es unzählige Bücher zum Thema "Laufen". Aber auch im Internet werdet ihr fündig! Dabei sollte man sich, wie bereits oben erwähnt, nicht stressen, wenn man mal eine Einheit auslässt oder etwas Unerwartetes dazwischenkommt! Einfach gelassen nehmen und die nächste Einheit fokussieren.


Der Grund, warum ich zu der Zeit nicht mit einem Trainingsplan trainiert habe ist, dass ich flexibel bleiben wollte. Schließlich befand ich mich mit meiner Mannschaft mitten in der Basketballsaison und wir hatten auch 2x die Woche Training.

Momentan trainiere ich nach einem Trainingsplan von Herbert Steffny. Sein Buch "Das große Laufbuch" ist meiner Meinung nach eine Pflichtlektüre für alle Läufer. Aber das nur mal am Rande. :)


2 Wochen vor dem Marathon geschah etwas "UNERWARTETES"


Auf Facebook sah ich einen Beitrag vom "Deutschen Post Marathon Bonn". Dort stand , dass die WDR Bonn gerne eine Läuferin oder einen Läufer begleiten würde, der ihren/seinen ersten Marathon läuft. Dabei wollten Sie eine kleine Reportage aufnehmen. Ich dachte mir: "Why not?". Man musste seine Story, Intention und Motivation kurz und knackig verpacken und per E-Mail senden. Das Ende vom Lied war, dass die Reporterin sehr begeistert war und ich mit ihr ca. eine halbe Stunde telefoniert hatte, sodass dann für sie klar war, dass ich der Läufer bin, den das Kamerateam begleiten wird.


OMG. Ich kann gar nicht in Worte fassen wie aufgeregt ich war! Ich komm ins TV. Das war echt ein geiler Moment.


Am Tag vom Marathon wurde ich dann vom Aufwärmen bis zum Zieleinlauf von einer Kamera begleitet. Das war natürlich nochmal eine extra Motivation! Ich habe kurze Interviews gegeben und es war einfach lustig und cool die volle Aufmerksamkeit zu haben.


Der Lauf = "Ein Kampf gegen mich selbst"


Der Lauf ging früh morgens los aber es war ziemlich warm bzw. es wurde warmes Frühlingswetter erwartet. Der erste Teil des Laufs lief richtig gut. Ab KM 30 fingen aber bei mir leider Krämpfe an, sowohl im rechten als auch im linken Ober- und Unterschenkel. Später hatte ich geschlussfolgert, dass ich durch das warme Wetter so viel geschwitzt habe und ich dadurch einfach zu viele Elektrolyten verloren habe. Ein spezielles Elektrolytgetränk hatte ich nicht dabei. Aber wie sagt man so schön: " Durch Fehler kann man lernen und besser werden!". Außerdem glaube ich, dass ich am Anfang zu schnell losgelaufen bin. Es war ziemlich hart und ich dachte schon, wenn das so weiter geht wird das nix. Aber ich riss mich zusammen und konnte durch mehrere Gehpausen die restliche Strecke noch überwinden. Ich hatte damals den Spruch gehört: "Ein Marathon wird im Kopf entschieden". Das trifft definitiv zu. Ich selber dachte sogar irgendwann ich schaff es nicht. bzw. "Hör auf". Aber die Gedanken bzw. den Kopf auszuschalten, an sich zu glauben und im Flow weiter zu laufen, können Kräfte freisetzen, die weit über die eigenen Grenzen gehen.


David Goggins einer der härtesten und inspirierendsten Sportler sagt: " Wenn man denkt man kann nicht mehr, hat man gerade erst 40% seines wahren Potenzials erreicht."


Schlussendlich hatte ich die Marathon Distanz bezwungen und die letzten zwei Kilometer waren nochmal sehr emotional als mein Bruder mir entgegenlief und die letzten Meter mich noch gepusht hat.



Einfach ein schöner Moment, den ich nie vergessen werde. Für mich stand von Anfang das Ankommen als Ziel und das war erfüllt.


Am 11. August geht es dann weiter in Monschau mit noch besserer Fitness und Vorbereitung! Ich werde berichten. :)


Peace


Hasret









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